So findest du den richtigen Bloganbieter (Bloggen für Autor*innen #5)

So findest du den richtigen Bloganbieter (Bloggen für Autor*innen #5)

Bisher haben wir uns in dieser Artikelreihe damit beschäftigt, welche großen Vorteile ein Blog bietet, überprüft, ob du fürs Bloggen geeignet bist und ich habe dir meine Methode verraten, mit der du langfristig motiviert bleibst, regelmäßig zu bloggen. Außerdem haben wir uns angeschaut, wie du die richtigen Leser*innen ansprichst und somit mehr Bücher verkaufst.

Wenn du einen Blog starten möchtest, stellt sich gleich zu Beginn die Frage: Welchen Anbieter soll ich dafür nutzen? Und sollte ich Geld in meinen Blog investieren oder lieber nicht?

Damit beschäftigen wir uns heute.

Einer hat die Nase vorn

Wenn es um Anbieter geht, gibt es einen, der alle anderen weit in den Schatten stellt: WordPress.

Im März 2024 nutzten rund 63 % der Websites WordPress als Content-Management-System (CMS). Damit ist WordPress der eindeutige Marktführer. Weit abgeschlagen dahinter folgen Shopify mit rund 6 % und Wix mit ca. 4 % Prozent. 

Du siehst: WordPress hat die Nase vorn, wenn es um Bloganbieter geht. Und das zurecht! Denn WordPress bietet dir alles, was du für deinen Blog brauchst – und das, was es nicht bietet, kannst du dir als Plug-in meist kostenlos herunterladen und installieren.

Du machst also keinen Fehler, wenn du dich ebenfalls für WordPress entscheidest, und das sage ich aus Überzeugung als jahrelange WordPress-Nutzerin.

Natürlich gibt es dennoch Alternativen, z. B. Blogger.com (Blogspot), Wix, Squarespace, Joomla und wie sie alle heißen. Sie bieten allerdings nicht so viel, wie dir WordPress bietet.

WordPress gibt’s doppelt!

WordPress ist etwas tricky, es gibt nämlich WordPress.com, das Baukastensystem, und WordPress.org zum Selberhosten. 

Was sind die genauen Unterschiede? 

Das möchte ich dir im Folgenden kurz erklären, damit du für dich entscheiden kannst, welches System für dich eher infrage kommt, sofern du mit WordPress arbeiten möchtest.

WordPress.com

  • Es hat eine kostenlose Basis-Version und kostenpflichtige Tarife, die mehr Funktionen bieten. Die Tarife sind aber deutlich teurer, als wenn man selbst hostet.
  • Es bietet eine kostenlose Domain, mit .wordpress.com im Namen, mit der Option eine kostenpflichtige Domain ohne diesen Zusatz zu buchen.
  • Es hostet die Website bei WordPress, du brauchst also keinen separaten Webhoster.
  • Für Plug-ins brauchst du mindestens den Creator-Tarif, der ziemlich kostspielig ist (Stand Mai 2024: 25 Euro im Monat). Um den vollen Funktionsumfang von WordPress nutzen zu können, musst du noch mehr Geld auf den Tisch legen.
  • Du musst dich ziemlich wenig mit Technikkram beschäftigen.
  • Es ist ziemlich einfach zu bedienen.

WordPress.org

  • Das Programm selbst ist kostenlos und eine Open-Source-Software, die ständig verbessert und geupdatet wird.
  • Es muss bei einem externen Webhoster installiert werden (möglich mit 1-Click-Installation bei vielen Anbietern, was bedeutet, dass du es mit wenigen Klicks selbst installieren kannst).
  • Externe Webhoster und Domains kosten in der Regel etwas Geld, sind aber schon für unter zehn Euro im Monat zu haben.
  • Du kannst auf den vollen Funktionsumfang zugreifen, inklusive Plug-ins und WooCommerce (für deinen eigenen Online-Shop).
  • Du musst dich etwas mehr um Technikkram kümmern.
  • Es braucht etwas mehr Zeit und Vorbereitung, um sich “einzufuchsen”.

Kostenlos oder nicht kostenlos – that’s the question!

Bei der Suche nach einem Anbieter stellt sich auch immer die Frage, ob du einen kostenlosen Blog anlegen oder ein bisschen Geld investieren solltest.

Ich empfehle grundsätzlich, etwas Geld in die Hand zu nehmen und im Idealfall WordPress.org zu nutzen. 

Das bringt eine Menge Vorteile und ist in der Regel bezahlbar. Wie zuvor erwähnt, bieten viele Webhoster bereits Pakete für unter zehn Euro im Monat an. Dafür hast du den vollen Funktionsumfang von WordPress, was dir auch ermöglicht, deinen Blog an die DSGVO (Datenschutzgrundverordnung der EU) anzupassen. Das geht nämlich nur mit Plug-ins.

Außerdem findest du im Internet viele Tutorials, die sich auf WordPress.org beziehen und die dir zeigen, wie du bestimmte Dinge erledigst. Mit der kostenlosen Version von WordPress.com sind viele dieser Tutorials nicht umsetzbar, weil sie nicht über die Funktion von Plug-ins verfügen (die in ziemlich jedem Tutorial zum Einsatz kommen).

Es gibt Webhoster, wie zum Beispiel WPSpace, WP-Projects, Raidboxes oder Hostpress, die sich auf das Hosten von WordPress-Websites spezialisiert haben. Sie sind aber ein wenig teurer. 

Ein relativ günstiger Anbieter ist webgo. Obwohl er nicht speziell auf WordPress ausgerichtet ist, kannst du dort mit wenigen Klicks WordPress installieren und hosten. Ich selbst nutze webgo für meinen eigenen Blog und hatte anfangs null Ahnung, wie man WordPress.org installiert oder bedient. Dank der ausführlichen FAQs habe ich aber alles innerhalb eines Tages hinbekommen.

Der große Nachteil an webgo ist, dass die Benutzeroberfläche etwas kompliziert ist. Da muss man sich erst mal einarbeiten, ehe man alles findet. Das ist bei anderen Anbietern deutlich benutzerfreundlicher gestaltet.

Bezahlen? Muss das sein?

Was aber nun, wenn du das Bloggen erst mal ausprobieren möchtest und nicht sicher bist, ob es überhaupt etwas für dich ist? 

Oder was, wenn es dir am Geld mangelt und ein kostenpflichtiger Tarif einfach nicht drin ist? 

Im Grunde kannst du einen kostenlosen Basistarif nutzen. Allerdings solltest du ein paar Dinge beachten.

Bei Anbietern wie WordPress.com, Wix oder auch Blogger.com steht bei der kostenlosen Variante immer der Name des Anbieters in deiner Domain, also zum Beispiel dein-name.wordpress.com. Das wirkt nicht sehr professionell, wenn du deinen Blog für mehr als rein private Zwecke nutzen möchtest (was ja der Fall ist, wenn du damit Buchmarketing betreibst).

Natürlich kannst du auch kostenlos starten und später zu einem kostenpflichtigen Tarif wechseln. Oder von WordPress.com zu WordPress.org umziehen. Das habe ich 2021 auch gemacht.

Manche Webhoster bieten einen (teilweise sogar kostenlosen) Umzugsservice an und helfen dir, deine Website vom einen zum anderen Anbieter zu übertragen. 

Womit ich allerdings schlechte Erfahrungen gemacht habe, ist, bei WordPress.com von einem kostenlosen oder niedrigpreisigen Tarif zu einem teureren zu wechseln.

Ich hatte damals wirklich ordentliche Aufrufzahlen, bis ich ein Upgrade von einem niedrigpreisigen Tarif zum Creator-Tarif (damals noch Business-Tarif) machte, weil ich Plug-ins nutzen wollte. 

Was ist passiert? Meine Aufrufe brachen komplett ein. Und es hat sich nie mehr erholt, bis ich den Blog irgendwann aufgegeben habe.

Ich vermute, dass Google gemerkt hat, dass sich meine Website groß verändert hat und mich deshalb aus seinen guten Rankings gekickt hat. Anders kann ich mir das nicht erklären. Ich wäre damit also sehr vorsichtig. 

Was heißt das jetzt?

Natürlich ist es vollkommen deine Entscheidung, welchen Anbieter du wählst und ob du Geld in deinen Blog steckst oder nicht.

Ich empfehle dir jedoch, einen kleinen Betrag zu investieren und dich damit auseinanderzusetzen, wie man einen selbstgehosteten Blog auf WordPress.org installiert und betreibt. 

Es gibt dazu eine Menge kostenlose Anleitungen, YouTube-Tutorials und niedrigpreisige Online-Kurse auf Plattformen wie Udemy (schon ab 10 Euro), die dich dabei unterstützen. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Cookie Consent Banner von Real Cookie Banner