Bianca erzählt: Mein Schreibmonat
Wie schnell ein Monat doch vergehen kann! Wir haben eben erst begonnen, schon steht der Dezember vor der Tür und schaut uns fragend an. Er fragt sich, ob wir unser November-Schreibziel erreicht haben. Und vielleicht fragen wir uns das kurz vor Ende auch noch.
So geht es mir nämlich gerade. Ich hatte einen Start, den ich zwar nicht als besonders gut bezeichnen würde, aber es war noch nichts dramatisch im Rückstand. Dann gingen die Zahlen runter, der Alltag rauf und schon fand ich mich an einem Tag mit 11 Wörtern wieder. 11. Weil mir kurz vor Mitternacht eingefallen ist, dass ich ja noch gar nichts geschrieben hatte. Da reichte es nicht für mehr als diese 11 Wörter.
Nach diesem Tag hab ich dann das Tempo ein wenig angehoben. Ich lasse doch ein nicht erreichtes Ziel nicht auf mir sitzen! So dachte ich. Also wurden mehr Wörter ausgegraben. Mehr Ideen aufgeschrieben. Ein Chaos aus wild zusammen gewürfelten Dokumenten, in ihren ordentlich erstellten und aufgeräumten Ordnern. Mehrere Ideen im gleichen Universum wollten sich alle gleichzeitig kurz zu Wort melden und mir sagen, dass ich ihre Geschichte doch in dieser und jener Form erzählen könnte. Ganze Planeten, die entdeckt werden möchten. Zuerst von mir, dann vom Papier, auf dem diese Planeten zum Leben erwachen. So viel zu erzählen. Und dennoch:
Ich war plötzlich über 10.000 Wörter im Rückstand.
Das mag am Anfang des Monats noch in Ordnung sein, aber gegen Ende, mit noch einer Woche zu schreiben, da sieht das schon ein wenig brenzliger aus.
Was macht man in solch einer Situation?
Mit meinem Ziel und dem Rückstand müsste ich jeden Tag gut 3.000 Wörter schreiben. Für manche ist das nichts, für andere ist das utopisch. Für mich ist das an sich machbar, aber schon an einer schlauchenden Grenze. Vor allem, wenn ich das eine ganze Woche jeden Tag machen soll.
Jetzt könnte ich mir natürlich überlegen, ob es Sinn ergibt, sich durch eine Woche zu hetzen, in der ich mindestens 3.000 Wörter am Tag schreiben muss, wenn ich das ja eigentlich gerade so gar nicht gewohnt bin. Aber ich bin auch (manchmal leider) sehr stur. Ihr dürft drei Mal raten, wer diese Woche dieses Ziel noch erreichen wird. Ja, ich werde. Nicht „ich möchte“, „ich versuche“, „vielleicht“. Ich werde mein Ziel schaffen. Und was mir das bringt? Nichts, außer mir selbst gegenüber Wort zu halten. Und ist eigentlich immer ein gutes Gefühl.
Darum geht es doch am Ende auch. Ein gutes Gefühl mit einem erreichten Ziel. Unabhängig davon, wie weit es uns jetzt wirklich im Großen und Ganzen gebracht hat. In diesem Moment hat es uns alles gebracht. Und da können wir drauf aufbauen. Aus dem wild zusammengeschriebenen Haufen Text dieses Monats, lässt sich garantiert eine wunderbare Geschichte erzählen. Wir haben die ersten Steine gesetzt, jetzt müssen wir das Haus nur noch zu Ende bauen.
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Wo stehst du im Schreibmonat?